Der LHC – internationale Spitzenforschung in der Schweiz
Der LHC ist ein internationales Forschungsprojekt. Am Europäischen Zentrum für Teilchenphysik CERN in der Nähe von Genf führen Forschende und Ingenieure aus 111 Ländern auf Topniveau das grösste Experiment der Welt durch.
LHC steht für Large Hadron Collider: eine riesige ringförmige Anlage, in der Teilchen, so genannte Hadronen, beschleunigt und zum Zusammenprall gebracht werden. Der Beschleuniger ist aber nur ein Teil des LHC-Projekts. Die anderen Teile sind die Detektoren und das LHC Computing Grid. Die Detektoren stehen in vier riesigen unterirdischen Kavernen rund um den Ring und messen, was bei den Teilchenkollisionen genau passiert. Das LHC Computing Grid ist ein weltweites Computernetzwerk, mit dem die enormen Datenmengen, die in den Detektoren entstehen, verarbeitet werden.
Mit Hilfe von beschleunigten Teilchen konnten Physiker seit den 1890er-Jahren immer tiefer in die Materie blicken, und so die Struktur der Atome und ihre Bausteine immer genauer erforschen. Mit moderneren und stärkeren Beschleunigern ist es dabei auch gelungen, immer mehr über die ersten Sekundenbruchteile nach dem Urknall zu erfahren. Der LHC, der neueste und grösste Teilchenbeschleuniger der Welt, wird unser Wissen über den Mikrokosmos weiter vergrössern. Im LHC werden in kleinem Massstab Bedingungen erzeugt, wie sie wenige Bruchteile einer Sekunde nach dem Urknall vor rund 14 Milliarden Jahren geherrscht haben.
Als einer der 20 Mitgliedstaaten des CERN leistet die Schweiz einen substanziellen Beitrag zu Entwicklung, Bau und Betrieb des LHC. Auch an den Experimenten im LHC sind viele Schweizer Institute der Universitäten und der Eidgenössischen Technischen Hochschulen sowie das Paul Scherrer Institut (PSI) beteiligt.

